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DIE PRESSE Rares Wohnvergnügen: ein Platz am See

29 Apr 2008 Wohnen am Wasser. Wer seinen Platz auf der Liegewiese nicht gerne teilt, sucht sich eine eigene, am besten samt Haus: Immobilien in teuren Lagen und an günstigen Ufern.
Für all jene, die die Eröffnung der Freibäder am 1. Mai gar nicht mehr erwarten können, stehen die über 100 österreichischen Badeseen zwecks Abhärtung zur Verfügung. Weniger „erfrischend“ sieht es mit dem Erwerb von Immobilien an den Ufern aus. „Die Presse“ hat sich den Immobilienmarkt in Kärnten, im Salzkammergut und rund um den Neusiedler See angeschaut. Fazit: Unbebaute Grundstücke sind ebenso rar wie Häuser. Und was vorhanden ist, hat seinen Preis.

Sehr Teuer & Ganz selten

„Die Nummer eins der Hitliste bei Nachfrage und Preisen ist und bleibt der Wörthersee“, erklärt Gerhard Barta, Präsident des Kärntner Immobilenrings. Die Preise für unbebaute Grundstücke liegen bei 600 bis 1000 Euro je Quadratmeter, wobei das Nordufer (Pörtschach, Velden) teurer ist als das Südufer (Maria Wörth, Reifnitz). Barta: „Generell wird am See hoch gepokert, oft werden überhöhte Preise für Häuser verlangt, die zwar direkt am Ufer liegen, deren Bauwert aber schlecht ist.“ Auch Wohnungen sind nicht zum Schnäppchen-Preis zu haben. 6000 bis 7000 Euro pro Quadratmeter sind für Domizile in früheren, modernisierten Hotelanlagen zu berappen. In älteren, gebrauchten Anlagen werden immer noch Summen zwischen 3000 und 4000 Euro fällig.
Der Faaker See steht dem Wörthersee kaum nach. „Die wenigen Grundstücke werden für 600 bis 800 Euro gehandelt“, so Barta. Aufgrund vieler Naturschutzgebiete gibt es lediglich drei Wohnanlagen am See. Auch der Millstätter See ist zu drei Viertel von Naturschutzgebiet umgeben. Die wenigen freien Wohnungen in Seeboden gibt es um 5000 bis 6000 Euro pro Quadratmeter.

Ähnliche Summen werden auch an den Seen des Salzkammerguts verlangt. „Die erste Reihe fußfrei gibt es von einer Million Euro aufwärts“, berichtet Matthias Rettenbacher von Re/max-Bad Ischl. Hannes Kofler, Real-Treuhand-Immobilien, präzisiert: „Am Wolfgangsee sind Grundstückspreise um die 1000 Euro pro Quadratmeter keine Seltenheit. Bis zu acht Millionen kostet ein Haus am See.“ Nicht ganz so hoch, aber ähnlich, die Preislage am Mondsee. Achtung: Im Salzburger Teil des Salzkammerguts (etwa Strobl am Wolfgangsee oder Fuschlsee) muss grundsätzlich Hauptwohnsitz begründet werden. Ein Zweitwohnsitz bedarf der Genehmigung durch das Land.

Gerade noch erschwinglich

Vergleichsweise „billig“ sind Attersee und Traunsee. Hier bezahlt man für einen Quadratmeter Grund zwischen 500 und 700 Euro. Den 500 Euro nähert sich auch das „Meer der Wiener“, der Neusiedler See, mancherorts an. Das Angebot ist auch hier knapp. „In Neusiedl gibt es fast nichts am See, demnächst werden aber neue Grundstücke erschlossen“, berichtet Josef Rittsteuer von Seereal. „In Weiden werden im Seepark Häuser zum Preis von 300.000 bis 350.000 Euro angeboten.“

(Noch) recht GÜNSTIG

In Rust gibt es im Schilfgürtel Hütten, die teilweise nur auf dem Seeweg zu erreichen sind. In diesen kann man für rund 80.000 Euro Störche aus nächster Nähe beobachten. Je nach Lage und Qualität sind laut Immobilien.net-Geschäftsführer Alexander Ertler in der Region Neusiedler See auch Gründe um rund 100 Euro je Quadratmeter zu haben. Direkter Seezugang ist bei diesem Preis klarerweise nicht gegeben.
Recht preiswert stellt sich laut Gerhard Barta die Situation auch am Ossiacher See dar. „Hier waren die Preise für Wohnungen zuletzt sogar rückläufig“, berichtet der Experte. Grund dafür sei ein Generationenproblem. „Viele wollen die Wohnung der Eltern in 70er-Jahr-Bauten nicht übernehmen. Zwei-Zimmer-Wohnungen in Anlagen am See sind durchaus um 70.000 bis 80.000 Euro zu haben.“ Käufer sind vor allem Italiener, die ihr Domizil auch im Winter bewohnen wollen. Schließlich findet sich in unmittelbarer Nähe zum See das Skigebiet Gerlitzen. „Den Italienern ist der Berg sogar wichtiger“, glaubt Barta.
Wer es im Salzkammergut günstig haben möchte, kann sein Glück am malerischen, aber kalten Hallstättersee versuchen, wo es aber erhebliche gestalterische Auflagen und strenge Naturschutzbestimmungen gibt. „Die Grundstückspreise liegen hier bei 200 Euro pro Quadratmeter“, erklärt Kofler.
Für Risikofreudige: Manche Gemeinden drücken trotz Widmung „Grünland-Bad“ ein Auge zu. Statt der erlaubten Umkleidekabinen stehen am Ufer nette Badehäuschen ...

25.04.2008 | 20:31 | MARTIN FISCHER (Die Presse)________________________________
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